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Firmen schließen in Zukunft mehr Ehen auf Zeit
Bis zum Jahr 2020 entsteht hierzulande eine neue Quelle von Wettbewerbsvorsprung: die Projektwirtschaft. Wir stehen vor einer Blüte von Zusammenschlüssen auf Zeit, so die These der Studie „Deutschland im Jahr 2020“.
Unternehmen jeder Größe, egal, ob Handwerksbetrieb, Dienstleister, industrieller Mittelstand oder Konzern, werden sich nach Partnern umschauen: 2 oder mehr tun sich auf Zeit zusammen für ein gemeinsames Geschäft. Dieser Typ des Wirtschaftens wird in den kommenden Jahren um reichlich das 7-Fache wachsen.
Hintergrund: Heute werden erst 2 % der Wertschöpfung in der Projektwirtschaft erbracht, bis zum Jahr 2020 aber werden es 15 % sein, schätzt Deutsche Bank Research, Autor der Studie.
Das neue Motto heißt:
Kooperieren statt aufwändig selber machen.
Antriebskraft dafür sind die ständig steigenden Anforderungen der Kunden. Der Auftraggeber der Zukunft will:
- Lieferung von Produkten oder Dienstleistungen schneller als früher,
- alles aus einer Hand bekommen und
- sich um die Integration verschiedener Disziplinen nicht mehr selbst kümmern (also z. B. Produkt plus Service oder Logistik plus Lagerung und Kommissionierung oder Informationstechnik plus Laboranalyse).
Das neue Vorgehen: Kommt ein Auftrag herein, der mehr umfasst, als das eigene Unternehmen leisten kann, hält man nach geeigneten Partnern Ausschau. Der Standort Deutschland genießt für Zusammenarbeit dieses Typs einige natürliche Vorteile:
- Räumliche Nähe. Viele Industrien konzentrieren sich auf bestimmte Regionen, in denen Partner auf Zuruf kooperieren können.
- Sehr gute Infrastruktur. In China kann eine Geschäftsreise der Entfernung Köln-Frankfurt leicht einen halben Tag dauern. In Deutschland ist das in 1,5 Stunden erledigt, zudem gibt es sehr effiziente Kommunikationsverbindungen sowie Logistik- und Transportleistungen.
- Deutsche Tugenden. Zuverlässige, pünktliche Arbeit in Projekten ist hier in der Regel kein Problem.
Mittelständische und kleine Unternehmen profitieren von den neuen Mustern der Projektwirtschaft besonders stark.
Die Kosten, in Deutschland (oder in Österreich oder der Schweiz) ein Projekt aufzusetzen, zu koordinieren und abzuwickeln, sind hier deutlich niedriger als in anderen Ländern.
Deshalb gilt strategisch auch: Passt ein fremdes Unternehmen zum eigenen Geschäft, sollte man nicht unbedingt überlegen, wie man diese Firma kaufen kann – sondern wie man sie zum Partner machen kann. Das erhöht die Schlagkraft und verbessert die Chance, auch bei komplexen Aufträgen zum Zuge zu kommen.
Bedenken Sie überdies: Auch Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen können Sie mit Vorteilen in Ihre Projektwirtschaft einbinden. Mancher Forscher ist es bereits heute gewohnt, in Unternehmensprojekten mitzuarbeiten.
Wie ein Konzern zu arbeiten, ohne ein Konzern zu sein, kann viele Vorteile bringen.
Jeder der am Projekt Beteiligten hat seinen abgegrenzten Bereich, in dem er mit unternehmerischer Energie die Sache vorantreiben kann. Eine Flotte von mittleren und kleineren Unternehmen kann oft schneller, kundennäher und flexibler agieren als ein zentralisierter Konzern. Der Nachteil des typischen Mittelständlers – schmale Aufstellung und die Spezialisierung – wird durch die Projektwirtschaft mehr als ausgeglichen.
Trendletter-Einschätzung: Beachten Sie einige Nebenbedingungen des Erfolgsmodells: Mitarbeitern der Projektteilnehmer wird viel abverlangt. Arbeit in immer neuen Projekten bringt wechselnde Kollegen und Einsatzorte. Ein Ingenieur, der heute noch die Produktion einer nahrungsergänzenden Flüssigkeit überwacht, wird vielleicht schon morgen in einem Projekt arbeiten, das sich mit der Reinigung von Leitungswasser befasst. Auswahl der geeigneten Mitarbeiter und sauberes Design der Zusammenarbeit sind wichtig, damit das gemeinsame Vorhaben ein Erfolg wird.
- Projektwirtschaft prägt das Unternehmen der Zukunft. Der Zusammenschluss auf Zeit für einen begrenzten Zweck wird zu einem starken Wettbewerbsvorteil speziell der Firmen im deutschsprachigen Europa.
- Die Agenda für die Unternehmer: Halten Sie nach potenziellen Partnern Ausschau. Beobachten Sie den Markt und überlegen Sie, mit welchen Verbündeten Sie mehr Wertschöpfung erbringen können.
Für diesen Auftritt wurden Bilder von pero-design aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.
Dieser Beitrag wurde gesponsert von: Trendletter
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